Schon beim Einkaufen Food Waste verhindern? ShopHero hilft!

Ein Forschungsprojekt gegen die Lebensmittelverschwendung.

Ein Interview mit den Köpfen hinter ShopHero.

ShopHero – ein Forschungsprojekt der Universität Zürich in Zusammenarbeit mit der ETH mit dem Ziel Food Waste zu reduzieren. Die Forschungsgruppe analysiert Einkaufsverhalten und möchte mit diesen Daten eine App erstellen, die den Konsumenten hilft auf den Haushalt abgestimmt einzukaufen. Durch die bessere Planung sollen die NutzerInnen gezielter einkaufen und sind dadurch der Lebensmittelverschwendung einen Schritt voraus.

Das Team hinter ShopHero, Klaus, Petra und SybillaVon links nach rechts: Klaus, Sybilla, Petra

Food Ninja: Hallo zusammen! Könnt ihr euch unseren Leserinnen und Leser vorstellen?

Sybilla: Hallo zusammen! Zuerst, danke, dass Ihr euch Zeit für uns nehmt!
Wir sind Klaus, Petra und Sybilla, Doktoranden an der ETH und Uni Zürich. In unserem gemeinsamen Forschungsprojekt untersuchen wir das Einkaufverhalten von Konsumenten. Wir suchen nach geeigneten Hilfsmitteln, die den Konsumenten dabei helfen insgesamt nachhaltiger einzukaufen und insbesondere Food Waste zu verringern.

Wenn ihr mit 10 Hashtags das Problem Food Waste umschreiben müsstet, welche würdet ihr verwenden?

#Ineffizienz (wir sind Ökonomen)
#Erderwärmung
#Süsswasserverschwendung
#jederkannhelfen
#Umweltbelastung
#esgibtnureineerde
#essenstattwerfen
#kaufnurdaswasdubrauchst
#wenigeristmehr
#geldundco2verschwendung

Ihr studiert an der ETH und Uni Zürich und habt euch zum Ziel gesetzt, Food Waste den Kampf anzusagen. Warum habt ihr euch dazu entschlossen und was habt ihr vor?

Petra: Der Grundstein für unser Food Waste Projekt wurde durch ein anderes Projektes, in welchem aus dem Einkaufskorb auf die Ernährung von Konsumenten geschlossen wird (Receipt2Nutrition), gelegt. Wir wollten aber noch einen Schritt weiter gehen! Der Einkaufskorb kann uns noch so viel mehr sagen und spricht den Kunden zu einem wichtigen Entscheidungszeitpunkt an. Uns liegt Food Waste persönlich am Herzen und wir sind überzeugt, dass ein bewussteres Einkaufen einen grossen Beitrag zu weniger Food Waste leistet.

Im Rahmen dieses Projektes werden wir eine App entwickeln, die Konsumenten hilft nachhaltiger einzukaufen und darin unterstützt Food Waste zu verhindern. Durch persönliche Empfehlungen und Tipps erhoffen wir uns, dass der Kunde unter minimalstem Aufwand einen Beitrag zur Lösung dieses globalen Problems leisten kann.

Uns liegt Food Waste persönlich am Herzen und wir sind überzeugt, dass ein bewussteres Einkaufen einen grossen Beitrag zu weniger Food Waste leistet.

Was ist das Ziel von ShopHero und wo liegen die Schwierigkeiten?

Klaus: Wie schon kurz angesprochen ist unser Ziel eine App, die Konsumenten hilft nachhaltigere Entscheidungen im Einkaufsladen zu treffen. Bis wir die Konsumenten zu ShopHeros machen können, ist jedoch noch einiges zu tun. Aktuell sind wir in der Datenerhebungsphase. Daher suchen wir nach Leuten, die uns ihre Einkaufsdaten anonymisiert zur Verfügung stellen und Angaben zu ihren Haushalten machen. Mit diesen Daten entwickeln wir Modelle, um Food Waste im Einkaufskorb zu erkennen. Dies ist ein wichtiger Baustein für unsere App. Je mehr Teilnehmer wir finden, umso intelligenter wird das Modell und umso bessere Empfehlungen wird unsere App schlussendlich machen können.

Wie sammelt ihr die Daten für eure Statistiken und Schätzungen?

Petra: Wir nutzen die Kundenkartendaten von Migros und Coop, sind jedoch von beiden Unternehmen unabhängig. Dies klingt nach einem schwierigen Unterfangen, was es jedoch überhaupt nicht ist. Das neue Datenschutzgesetz der EU sieht vor, dass Kunden die Daten, die eine Unternehmung über sie sammelt, einsehen darf. Wir arbeiten zusammen mit einem Startup, das genau dies, im Namen des Kunden, macht. Wenn also eine Person uns ihre Daten zur Verfügung stellen will, kann sie sich bei Bitsabout.me anmelden. Diese fordern dann die Daten an und stellen sie dem Kunden persönlich und uns zur Verfügung, in anonymisierter Form, sodass wir keinerlei Rückschlüsse auf die Person machen können. Nach dem Ausfüllen eines zusätzlichen Fragebogens können wir die Daten dann für unser Projekt nutzen – ohne Einflussnahme der Detailhändler.

Und wie kann man euch unterstützen?

Klaus: Wir suchen Personen, die eine Cumulus und/oder Supercard haben, diese aktiv nutzen und sich Zeit nehmen, den Fragebogen auszufüllen. Wenn ihr mitmachen wollt, dann findet ihr den Link zu unserem Bitabout.me-Deal unter http://r2n.ethz.ch. Zudem findet ihr unter diesem Link eine Erklärung wie ihr vorgehen könnt. Neben der Teilnahme an unserem Projekt suchen wir natürlich auch immer Leute, die unsere Idee in die Welt hinaus tragen. Wir freuen uns über jeden Teilnehmenden, wenn ihr also jemanden kennt, der mitmachen will – wir würden uns freuen, wenn ihr den Link weitergebt.

Wann können wir dieses App ausprobieren? Und wo können wir über euer Projekt informiert bleiben?

Sybilla: Unser Projekt steckt noch in den Kinderschuhen und wir können daher noch keine genaue Zeitangabe machen. Wir arbeiten jedoch laufend daran, dass wir den Teilnehmenden mittels Auswertungen ihrer Einkaufskörbe bereits jetzt einen Mehrwert liefern können. So erhält man aktuell, nach der Teilnahme an unserer Umfrage, eine Nutri-Score Auswertung der Einkäufe. Ihr könnt also sehen, wie gesund eure Einkäufe sind und wo ihr noch Verbesserungspotential habt. Bis Mitte Jahr wollen wir so auch die Nachhaltigkeit der Einkäufe analysieren. Für Food Waste Analysen müsst ihr euch leider noch etwas gedulden, da dafür die Datenmenge noch zu gering ist.
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Vielen Dank, für diese spannende Einsicht in euer Projekt! Ich wünsche euch im Namen aller Food Ninjas viel Erfolg mit eurem Projekt!

Klaus: Danke! Wir glauben fest daran, dass wenn jeder einzelnen einen kleinen Beitrag leistet, wir gemeinsam etwas bewirken können. Die Forschung zu Food Waste zeigt, dass zum Beispiel das Planen von Einkäufen bereits zu weniger weggeworfenen Lebensmitteln führen kann. Versucht es doch selbst!

Bevor ich es vergesse, habt ihr ein Lieblingslebensmittel?

Klaus: Pizza, am liebsten selbstbelegt!
Petra: Rüebli – ob im Kuchen, Saft, gekocht oder einfach roh als Snack, krumm und bunt machen sie einfach gute Laune.
Sybilla: Schwierige Frage: Ich liebe Salat und esse ihn an 365 Tagen im Jahr, aber auch auf Milchschnitten könnte ich auch nicht verzichten.